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Gemeinsam mit der Volkshochschule Wilhelmshaven fand  am 01. November 2017 um 18:30 Uhr im Hans Beutz Haus, Virchowstraße 19, 26382 Wilhelmshaven eine Vortragsveranstaltung statt mit dem Thema

 

»Zur Lage der Europäischen Union«

Referent war Dr.Claas Dieter Knoop, Bremen, Rednerdienst TEAM EUROPE der Europäischen Kommission

 

Im Rahmen des Weißbuchprozesses zur Zukunft der Europäischen Union wurden von April bis September diesen Jahres Diskussionspapiere zu den europäischen Themen »Die Soziale Dimension Europas«, »Die Globalisierung als Chance«, »Die Zukunft der Wirtschafts- und Währungsunion«, »Die Zukunft der europäischen Verteidigung« und »Die Zukunft der EU-Finanzen« durch die Europäische Kommission erstellt. Mitte September hat die EU-Kommission ihre Ergebnisse als »Rede zur Lage der Union« zusammengefasst.

Dr. Claas Knoop des Rednerdienstes TEAM EUROPE der Europäischen Kommission, Botschafter a.D. mit 36 Jahren Erfahrung im Dienst des Auswärtigen Amtes, trug die Ergebnisse der EU-Kommission vor und stellt sie in den Zusammenhang aktueller Ereignisse. Nachfolgend der Pressebericht dazu an die Wilhelmshavener Zeitung. Der Text wurde jedoch von der WZ nicht veröffentlicht.

 

Pressemitteilung

06.11.2017

 Vortrag „Zur Lage der Europäischen Union“

An der VHS berichtete Dr. Knoop aus Bremen über anstehende Veränderungen für die EU – Die Teilnehmer diskutierten lebhaft auf der Basis aktueller Ereignisse 

 

„In seiner Rede zur Lage der Europäischen Union im September dieses Jahres bekennt sich der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker klar zur weiteren Vertiefung der Europäischen Union, wobei er mit der Realisierbarkeit aller seiner Vorschläge strikt im Vertragsrahmen der EU bleibt.“ Mit dieser Aussage konfrontierte der Botschafter a.D. Prof. Dr. Claas Knoop aus Bremen vom Rednerdienst TEAM EUROPE der Europäischen Union die zahlreichen Zuhörer im großen Saal der Volkshochschule im Verlauf seines Vortrages „Zur Lage der Europäischen Union“. Zu dieser Veranstaltung hatten der Kreisvorsitzende Jürgen Petersen der Europa-Union Deutschland in Wilhelmshaven und der Bereichsleiter Politik der Volkshochschule Wilhelmshaven, Tim Tjettmers, gemeinsam eingeladen. Der französische Präsident Emmanuel Macron, so Knoop weiter, strebe anders als Juncker eine „Neugründung der EU“ an, weil letztere – so Macrons Aussage – in der bisherigen Form „zu langsam, zu schwach und zu ineffizient“ sei.

Eine repräsentative Auswahl der Ideen von Jean-Claude Juncker und Emmanuel Macron stellte Dr. Knoop seinen Zuhörern vor und erläuterte die Bedeutung und die möglichen Konsequenzen für ein zukünftiges Europa. Juncker schlage zum Beispiel einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen, das Vorbereiten aller EU-Staaten für den Euro als einheitliche Währung und gegen „Sozialdumping“ eine europäische Sozialunion mit gleichen sozialen Mindeststandards vor. Bis 2025 solle das alles erledigt sein. Macron wolle unter anderem die EU-Kommission von bisher 28 auf 15 Mitglieder  verkleinern, wolle Länder übergreifende statt ausschließlich nationale Stimmlisten zur nächsten Wahl des Europaparlamentes in 2019 und eine gemeinsame Verteidigungsstrategie mit einer gemeinsamen Eingreiftruppe.

Wie Dr. Knoop zu Beginn seines Vortrages feststellte, sei das ihm gestellte Thema „Zur Lage der Europäischen Union“ sehr umfassend. Dementsprechend ging er nicht nur auf das Weißbuch der EU-Kommission vom März dieses Jahres ein, worin alle Mitgliedsstaaten und alle EU-Bürger aufgefordert werden, an „ihrem“ Europa mitzuarbeiten, sondern stellte auch den Ausgang der jüngsten Bundestagswahl in den europäischen Zusammenhang (Stichwort Jamaica-Sondierungen: „Alle Parteien sind europafreundlich“).  Darüber hinaus nahm er Stellung zu den laufenden BREXIT-Verhandlungen („Kein Vorankommen“), zu den Beziehungen zur Türkei („Gelder zur Vorbereitung eines EU-Beitritts sind bei 10% eingefroren“) und zu den Beziehungen EU-USA („Mit Blick auf  »America first« verhandelt die EU mit China, Indonesien, Mexiko und Brasilien über Handelsabkommen“).

Alle Beziehungen untereinander seien nicht ohne Spannungen, ging Dr. Knoop auf die lebhaften Fragestellungen der Teilnehmer ein, die nach seiner Meinung zu Recht alarmierende Einzelheiten aktueller Probleme herausstellten. Aber, so trug er auf Basis seiner 32-jährigen Erfahrung im Dienst des Auswärtigen Amtes überzeugend vor, auch wenn es bei manchen Ereignissen noch so schwer falle, so seien doch „der deutsch-französische Motor als Schlüssel für weitere Integrationsschritte der EU sowie die Sicherheitspartnerschaft der EU mit den USA“ für das gemeinsame Europa unverzichtbar.