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In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Wilhelmshaven
luden wir ein zu einer Vortragsveranstaltung

»Sechs Monate seit dem BREXIT – Votum

Was ist erreicht? Was ist verloren?«

 

am Montag, den 16. Januar 2017

ins Hans Beutz Haus in Wilhelmshaven

 

Referentin war Dr. Sigrid Fretlöh, Bonn,

vom Rednerdienst TEAM EUROPE der Europäischen Kommission

 

Nachfolgend die Pressemitteilung an die Wilhelmshavener Zeitung:

6 Monate nach dem BREXIT-Votum

Im Vortrag an der VHS zeichnet Frau Dr. Fretlöh eine zerissene Gesellschaft in Großbritannien – Die EU muss sich einig sein und bleiben

 "Während des in Großbritannien laufenden Referendums für oder gegen einen Austritt des Landes aus der Europäischen Union gab es von deutschen Bürgern in den sozialen Medien gut gemeinte Argumente an die Briten, die das Verbleiben in der EU unterstützen sollten. Das Letzte aber, was sich ein Brite wünscht, sind Ratschläge von Deutschen zu Fragen der britischen Souveränität.“ Mit dieser Aussage begann Frau Dr. Sigrid Fretlöh, Mitglied im Rednerdienst TEAM EUROPE der Europäischen Union, ihren Vortrag im großen Saal der Volkshochschule. Zu einer Bestandsaufnahme „Sechs Monate nach BREXIT: Was ist erreicht? Was ist verloren?“ hatten die Volkshochschule Wilhelmshaven und die Europa-Union Deutschland gemeinsam eingeladen. Der Kreisvorsitzende der Europa-Union, Jürgen Petersen, begrüßte mehr als 30 Zuhörer und sprach die Hoffnung aus, nach 6 Monaten seit dem BREXIT-Votum eine Richtung ausmachen zu können, wohin für die EU und Großbritannien nun die politische Reise tatsächlich geht.

Frau Dr. Fretlöh, mit bislang 16 Jahren Erfahrung in der Auslandskulturarbeit in Großbritannien, war auch im BREXIT-Jahr dort vor Ort und zeigte im ersten Teil ihres Vortrages dreierlei: die Fakten zur BREXIT-Kampagne, die Emotionalität, mit der diese in der Öffentlichkeit und in den Nachbarschaften ausgetragen wurde bis hin zu persönlichen Anfeindungen und Hassausbrüchen und das relative Desinteresse, das der jüngere Teil der Bevölkerung der Abstimmung entgegenbrachte. Die 18 bis 35-Jährigen entschieden sich mehrheitlich eindeutig dafür, in der EU zu bleiben. Jedoch war die Wahlbeteiligung der Jüngeren gegenüber den Älteren vergleichsweise gering, was letztlich zum Austrittsentscheid beitrug.

Im zweiten Teil des Vortrages ging Frau Dr. Fretlöh der Frage nach, welche Auswirkungen der BREXIT habe oder haben könne und in welche Richtung nun die politische Reise in Großbritannien ginge. Die Schulden im Öffentlichen Sektor werden sich laut der New Economics Foundation bis 2021 verdreifachen. Britische Tageszeitungen schrieben, sie erwarteten höhere Preise für Importe von Kleidung und Elektrowaren, für Benzin und Reisen. Auch Jobverluste, Lohn- und Rentenkürzungen seien zu erwarten. Unruhe erzeugte die Feststellung der Referentin, dass Tageszeitungen, die vorher massiv für den BREXIT geworben hatten, erst am Tag nach dem Votum ihre Leser mit diesen negativen Auswirkungen konfrontierten. Die Zuhörer reagierten mit Befremden auf so manche Einzelheit und diskutierten Parallelen und Vorschläge zu Entwicklungen in der EU.

Die Referentin bedauerte, dass sie nichts Konkretes aussagen könne, wie sich Großbritannien jetzt den BREXIT vorstelle. Es lägen bislang nur vage Aussagen von britischer Seite vor. Die EU ihrerseits bereite sich auf die BREXIT-Verhandlungen gründlich vor, ohne dass Einzelheiten nach außen dringen würden. Es gälte nun zweierlei, so die Referentin abschließend: erstens die britischen Verhandlungsführer nicht zu unterschätzen, sie werden gut vorbereitet sein und mit Geschick auftreten. Und zweitens, dass sich die 27 EU-Staaten einig sind und bleiben.